Interessanter Fund - alter BPZ "Handbemalte Figur..."

  • vor kurzem habe ich diese holztruhe bekommen:


    CIMG1870.JPG


    zugegeben - auf den ersten blick nicht sonderlich spektakulär.

    als ich den deckel geöffnet habe, war ich allerdings sehr überrascht, denn auf der deckelinnenseite fand ich das:


    CIMG1871.JPG


    es handelt sich eindeutig um die hälfte von diesem beipackzettel (danke an boris - er hat mir das bild zur verfügung gestellt!):


    DSC04590.JPG


    die holzsachen wurden ziemlich sicher in heimarbeit zusammen gebaut und die muster wurden mit einer art stempel aufgedruckt (die holzmöbel sind definitiv nicht handbemalt).

    unter diesem gesichtspunkt ergeben sich durch diese truhe einige interessante dinge/fragen:


    bisher bin ich eigtl. davon ausgegangen, daß alle bpz maschinell gedruckt wurden. offensichtlich besteht aber ein direkter zusammenhang zwischen den holzsachen und diesen beipackzetteln.

    beides wurde offenbar am selben ort hergestellt und auf die selbe art ge- bzw. bedruckt!

    da die holzplatten, aus denen die holzmöbel gefertigt wurden, sehr dünn und daher sehr zerbrechlich sind, kann ich mir kaum vorstellen, daß sie maschinell bedruckt wurden. deshalb kann man wohl sicher davon ausgehen, daß die muster von hand aufgedruckt wurden.

    dies würde dann aber bedeuten, daß auch diese bpz von hand gedruckt worden sind. entweder wurden hierzu bereits vorgeschnittene zettelchen geliefert, oder die (wahrscheinlich) relativ kleinen papierbögen wurden nach dem bedrucken zugeschnitten.

    das der bpz-text auf dem deckel der truhe zu finden ist, erklärt sich für mich so, daß der stempel zuerst auf der holzplatte getestet worden ist oder um zuviel farbe zu entfernen, bevor man auf papier druckt (so macht man das ja auch gerne, wenn man selbst etwas stempelt).


    auf weitere ansichten bzw. erklärungsversuche, wie dieser text auf den holzdeckel gekommen sein könnte, bin ich sehr gespannt!

  • Hallo Dominique,


    der Aufdruck auf der Truhe hat einen Quetschrand (typisch für Hochdruck). Das haben die BPZ nicht. Das scheint mir eine andere Drucktechnik zu sein (vielleicht Flachdruck?).

    Von daher würde ich hier von zwei unterschiedlichen Druckverfahren ausgehen. Aber ganz sicher bin ich da nicht.


    Aber wirklich erklären kann ich mir den Aufdruck auf dem Holz nicht.


    Viele Grüße von

    Boris

  • so stelle ich mir das eigtl. vor (s.o.).

    nur statt "unfall" denke ich eher, daß da ausprobiert wurde, oder man eben vermeiden wollte, daß zuviel farbe auf dem papier schmiert und deshalb den stempel erstmal aufs holz gedrückt hat.

  • Boris :


    ich bin ja auch kein experte für drucktechniken, deshalb habe ich mal im netz gesucht und folgende erklärung für den begriff "quetschrand" gefunden:


    "Die sogenannten Quetschränder sind typisch für den Flexodruck. Dadurch erscheinen Schriften oder Kanten leicht verschwommen, unsauber oder etwas überfüllt. Dies kann bei einem leicht erhöhten Farbauftrag auftreten. Dabei entsteht eine leichte Aufhellung am Klischeerand und die überschüssige Farbe wird weiter nach außen gedrückt. Beispielsweise Zuckertütchen, Erfrischungstücher-Päckchen oder Gummibären-Tütchen werden aus Folien hergestellt. Die glatte Folie nimmt die Farbe zwar an, aber saugt sie nicht ein. Durch den Druck, der beim Auftragen der Farbe angewendet wird, wird die Farbe förmlich nach Außen herausgepresst und ergibt den sogenannten Quetschrand."


    wie sieht das aber nun im vorliegenden fall (holztruhe/papier) aus, wenn man davon ausgeht, daß papier saugfähiger als holz ist?