Problematik beim Verkauf/Kauf extrem seltener/teurer Figuren auf Ebay

  • Aktuell werden bzw. wurden, da eine Figur bereits einen Käufer gefunden hat, 2 extrem seltene Schlümpfe bei Ebay angeboten:


    https://www.ebay.de/itm/%C3%9C…ksid=p2060353.m1438.l2649


    https://www.ebay.de/itm/OLYMPI…ksid=p2060353.m1438.l2649


    Natürlich werden bei Ebay immer wieder sehr seltene Sachen angeboten, aber diese beiden Figuren sind schon speziell, da meines Wissens (nach Rücksprache mit Boris) vom Touri mit Augen bisher lediglich 2 sicher originale Stücke bekannt sind, vom Test-Schlumpfinchen bisher sogar nur eine sicher originale Figur bekannt ist!


    Es geht mir nun gar nicht unbedingt darum, ob es sich bei den angebotenen Stücken tatsächlich um Originale handelt (wenn ich auch, um mal den alten Han Solo zu bemühen, da in beiden Fällen ein ganz mieses Gefühl habe...)! Vielmehr haben mich beide Angebote ganz allgemein zum Nachdenken gebracht und es haben sich mir mehrere Fragen aufgedrängt:


    Sind die Angebote jeweils so formuliert, daß beim potenziellen Käufer überhaupt Vertrauen in die angebotene Ware/den Verkäufer entsteht? Ich denke doch, das wäre Grundvoraussetzung für eine eventuelle Kaufentscheidung, da es immerhin um mehrere Hundert Euro, im Fall vom Schlumpfinchen sogar um über 2000 € geht.

    Und in beiden Fällen lautet die Antwort für mich ganz klar Nein!

    Zumal es sich in beiden Fällen um private Anbieter handelt, wo man, im Gegensatz zum Kauf beim gewerblichen Händler, ja im Falle eines Falles den Kauf nicht so einfach rückgängig machen kann (auch wenn der Verkäufer vom Touri mit Augen Paypal-Zahlung anbietet, weiß ich nicht sicher, wie zuverlässig der Käuferschutz im Falle einer manipulierten Ü-Ei Figur greift!).

    Während der Verkäufer vom Touri-Schlumpf noch nicht einmal ansatzweise Angaben zur Originalität seiner Figur macht, gibt der Anbieter vom Schlumpfinchen immerhin an, daß die Figur geprüft und 100% original wäre. Nun ist aber eine Prüfung im Fall dieser beiden speziellen Figuren mangels Vergleichsmaterial (wie gesagt, lediglich 1 bzw. 2 Exemplare bekannt) sehr schwierig. Nur anhand der Katalogabbildungen lässt sich dazu ganz sicher keine Aussage machen!

    So werden Fragen vom Anbieter des Schlumpfinchens immerhin beantwortet, aber einen konkreten Namen, wer die Figur geprüft hat, möchte er nicht nennen. Vielmehr schreibt er:


    (ZITAT) "ich werde die Figur aber sowieso in nächster Zeit nochmals zu dem führenden Kopf in solchen Angelegenheiten schicken und dann auch um eine schriftl. Expertise bitten..."


    Was nichts anderes bedeutet, daß man zum jetzigen Zeitpunkt, sollte sich jemand dazu entschließen, das Angebot spontan "abzuklicken", die Figur auf Treu und Glauben kaufen würde.

    Übrigens weiß der "führende Kopf" vom Vorhaben des Verkäufers noch gar nichts! Der "führende Kopf" hat mir aber zu dem Schlumpfinchen aus dem Angebot einige sehr aufschlussreiche Dinge erzählt (nichts wirklich gutes - tatsächlich lag ihm die Figur schon einmal vor...). Dabei möchte ich es aber hier belassen, da es mir, wie gesagt, um etwas anderes geht.


    So jedenfalls, wie diese beiden Angebote gestaltet sind, habe ich mich sogar gefragt, ob Ebay überhaupt der richtige Platz ist, um derart spezielle Stücke zu kaufen, bzw. (zumindest als Privatverkäufer) anzubieten.


    Wie also müßte ein Angebot aussehen, damit der Käufer bei solch speziellen/hochpreisigen Teilen auf der sicheren Seite ist?

    Wurde die Figur bereits geprüft, so sollte im Angebot auch klar erkennbar sein, wer geprüft hat! Ein lapidares "Figur wurde geprüft" reicht m.E. bei derart besonderen/teuren Stücken einfach nicht aus!

    Der beste Weg wäre sicher anzubieten, den Kauf über einen von allen Seiten anerkannten Fachmann/Prüfer abzuwickeln (mir fällt da eigentlich nur einer ein...)!

    Und natürlich wäre es von Vorteil, wenn dieser Fachmann davon auch wüßte, bevor das Angebot erstellt wird.

    Alternativ könnte man eine Expertise vom anerkannten Fachmann anbieten, diese müßte aber zweifelsfrei mit der angebotenen Figur verknüpft sein (wie könnte das in der Praxis aussehen?)!

    Unbedingt sollte der Verkäufer die Originalität der Figur, der Bemalung und (falls vorhanden) des Zubehörs garantieren!

    Selbstverständlich sollte auch eine Rücknahme angeboten werden!


    Was ist eure Meinung? Vielleicht fallen euch ja auch noch andere Punkte ein.

  • Ich kann folgendes dazu sagen:

    Der Touri im Katalog war bis vor wenigen Monaten in meinem Besitz.

    Er ist eines der 2 bekannten Originale.

    Falls das andere Original nicht veräußert wurde, ist es nach wie vor im Besitz eines aktiven Stammtisches Mitgliedes.

    Ich habe den Verkäufer bei ebay angeschrieben und um Bilder gebeten, die für mich ein Original hätten belegen können. Leider bekam ich weder eine Antwort, noch entsprechende Bilder.

    Das war für mich allerdings schon Antwort genug, mit was ich es hier zu tun hatte.

  • Hallo,


    finde es schwierig hier eine klare Aussage zu treffen egal ob es um das Vorgehen beim Verkauf oder die Originalität geht.


    Zum Touri kann ich nur sagen, mir sind 3 Originale bekannt, wovon 2 identisch sind und der 3. von den anderen beiden deutlich abweicht. Somit ist es schwer anhand von Bildern von einem Original oder einer Fälschung zu sprechen. Dafür müsste man schon die Figur in Händen halten... (Abholung vor Ort anfragen?)


    Zur Schlumpfine stimme ich Harald zu, aber der VK ist meines Wissens auch der Eigentümer der Testfiguren aus dem Olympiade Satz, habe daher hier keine Zweifel. Ob der Preis gerechtfertigt oder zu hoch ist bleibt Ansichtssache.


    Gruß

    Nathalie

    The real art of conversation is not only to say the right thing in the right place, but, far more difficult still, to leave unsaid the wrong thing at the tempting moment. (Dorothy Nevill)

  • Danke erstmal für eure Beiträge!

    Aber wie ich oben schrieb, wollte ich eigentlich keine Diskussion über die Originalität der Figuren aus den beiden Angeboten anzetteln.

    Vielmehr geht es mir ja um viel allgemeinere Fragen und ich hatte die beiden Angebote deshalb ausgewählt, weil sie exemplarisch für die Problematik stehen.


    Ich formuliere das noch mal anders:

    Dadurch, daß von den Figuren aus den beiden verlinkten Angeboten kaum originale Stücke bekannt sind und deshalb die wenigsten Sammler eine Vergleichsmöglichkeit haben, ist die Gefahr einer Fälschung bzw. manipulierten Figur um ein vielfaches höher, als bei anderen Figuren/Objekten.

    Besonders kritisch wird es, wenn solche Stücke von Privatverkäufern im Internet (bei Ebay oder anderen Palttformen) zum Verkauf angeboten werden.

    Deshalb stellt sich für den potentiellen Käufer die Frage, wie sich das Risiko womöglich eine Fälschung zu erwerben und auf dem Schaden sitzen zu bleiben, vermeiden oder zumindest minimieren lässt.

    Umgekehrt stellt sich für den Privatverkäufer, der tatsächlich ein Original veräussern möchte, die Frage, wie er sein Angebot am besten gestaltet, damit potentielle Käufer das Angebot als seriös wahrnehmen und er so für seine Figur den bestmöglichen Preis erzielt.

  • Das größte Problem ist meiner Meinung nach, wenn solche "Einzelstücke" im Katalog aufgenommen werden, damit sind Fälschungen doch vorprogrammiert.


    Und wenn es ein Einzel- oder sehr seltenes Stück ist, muss es dann wirklich im Katalog aufgenommen werden? Das wird es doch nur, um es public zu machen und den Preis in die Höhe zu treiben. Sobald ein gewisser Wert dahinter steht ist das Interesse höher - traurig aber wahr.


    Gruß

    Nathalie

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  • Ja - genau das waren auch meine Gedanken speziell beim Touri mit Augen...

    Was den Kat betrifft, müssen es aber noch nicht mal Einzelstücke sein: auch z.B. Fußballschlümpfe mit langen Hosen sehe ich durchaus kritisch.

    Zumal André m.W. mal den Anspruch hatte, solche Sachen aus dem Kat zu entfernen (als Beispiel Susi Schonnensein/Traumschiff ohne Bikinioberteil).

  • M. E. besteht ein zentrales Problem bei extrem seltenen Figuren darin, dass sich die Originalität z. T. nicht zu 100% aus objektiven Tatsachen ableiten lässt. Hier wird dann häufig die Herkunft mit herangezogen, um damit die Originalität zu begründen. Das trifft z. B. auf nicht wenige "Testfiguren" zu. Mit den zur Verfügung stehenden Mitteln ist es oft nicht möglich, vollkommen abschließend zu beurteilen, ob eine "Testbemalung" tatsächlich zu Testzwecken erfolgte oder eine Manipulation darstellt. Wenn solche Figuren dann aber z. B. einem günstigen Flohmarktfund entstammen oder gar von einem Ferrero-Mitarbeiter erworben wurden, stellt das ein wichtiges zusätzliches Indiz für Originalität dar.


    Die "Geschichte" einer Figur ist aber nur solange hilfreich, wie sie als gesichert gelten kann. Das trifft nach meiner Erfahrung bzw. Überzeugung aber nur zu, wenn ich sie selbst erlebt habe. Schon wenn sie aus "zweiter Hand" von einer vertrauenswürdigen Person stammt, wird es schwieriger. Sind weitere Abstriche zu machen, sind solche "Geschichten" mit Vorsicht zu genießen. Dabei muss hinter "falschen" Geschichten dann nicht einmal Absicht stecken. Nicht jeder kann sich z. B. noch exakt an Vorgänge erinnern, die mehr als 30 Jahre zurückliegen und denen man seinerzeit keine Bedeutung beigemessen hat.


    Beim Kauf oder Verkauf entsprechender Figuren schlägt die beschriebene Problematik voll durch. Angenommen, ich habe eine Testfigur tatsächlich selbst unter Umständen erworben, die die Originalität mit belegen. Wie soll ich das jemandem glaubhaft vermitteln? Warum sollte ich umgekehrt - trotz nicht weniger gegenteiliger Erfahrungen - jemandem seine "Geschichte" glauben?

  • Tolles Thema.


    Ist es nicht so, dass man auch als privater Verkäufer eine bedingungslose Rückgabe akzeptieren muss, wenn man auf ebay mit Paypal arbeiten möchte? Ich meine mich da an einen Zwang zu erinnern. Damit wäre man bei einer der Figuren schonmal auf der sicheren Seite.


    Ohne diese Möglichkeit - also nur per Überweisung - kaufe ich nur hochpreisige Figuren von Menschen, die ich kenne und greifen kann. Auf die Herkunftsgeschichte gebe ich nicht viel. Wenn es da nach geht, hat jeder seine Variante immer selbst aus dem Ei geholt....

  • Rubicunda :

    sehr interessanter (und wichtiger) Aspekt, den Du da beleuchtest und den ich so bisher gar nicht auf dem Schirm hatte!

    Das verdeutlicht nochmal, wieviele Fallstricke es tatsächlich gibt!


    eiertruhe :

    sicher ist die Rückgabe-Option Bestandteil des Paypal-Käuferschutzes. Daher habe ich auch bei gewissen Angeboten mit Paypal als Zahlungsoption ein besseres Gefühl, als wenn nur Überweisung angeboten wird.

    Ich war mir nur nicht ganz sicher, ob man im Falle einer gekauften Fälschung/manipulierten Figur dann nicht in der Beweispflicht ist und wie man daß in schwierigen Fällen dann gegenüber Paypal beweisen könnte.

    Unsicher deshalb, weil ich vor kurzem einen Streitfall bei Paypal wegen eines Kaufs bei Ebay-Kleinanzeigen hatte, wo mir nur ein Teil der angebotenen Ware geliefert wurde. Paypal hat dann von mir die Angebotsbilder und die Anzeigennummer verlangt. Wenn der Verkäufer nach dem Verkauf die Anzeige löscht, ist bei Kleinanzeigen aber alles gelöscht und ich hatte Glück, daß ich die Bilder und einen Screenschot der Anzeige gespeichert hatte, sonst hätte ich womöglich alt ausgesehen.

  • Da habe ich leider auch keine Erfahrung. Das Verhältnis, dass Paypal zu Gunsten des Käufers entscheidet ist in der Regel immer so 70:30. Aber das betrifft eben so die Allerweltsprobleme. Der Käuferschutz bezieht sich ja meist nur auf das reine zustellen. Also darauf, ob man nachweisen kann, dass zugestellt wurde. Aber nicht eben, was zugestellt wurde. Dennoch muss es dort dazu Erfahrungswerte geben. Man kann ja auch einen Backstein mit Sendungsverfolgung versenden.

  • So, nun habe ich was zu berichten, denn ich habe mir den Touri mit Augenbemalung mal bestellt. Dies aber auch nur wegen des Käuferschutzes.


    Ich habe die Figur erhalten und meine Prüfung hat genau 10 Sekunden gedauert. Ich sage nur Tipp-ex und schwarzer Stabilo.


    Rückgabe beantragt, VK weigerte sich zunächst, dann beide mit Ebay gesprochen, Käuferschutzabteilung sicherte mir Rückgabe zu, VK akzeptierte Rückgabe und sonst hätte ich in diesem begründeten Fall trotzdem das Geld erhalten.


    Es ist also nicht so, als könnten private Käufer immer machen was sie wollten.


    Habe mir von ebay auch ein kostenloses Rücksendeetikett besorgt, weil Porto zahlen für die Rückgabe sah ich mal gar nicht ein.


    Auf jeden Fall intessant zu erfahren wie billig man sowas nachmachen kann und wie geschickt Fotos gemacht werden können, damit man nicht so genau erkennen kann was man sehen muss.


    Also Obacht, diese Figur wird gefälscht.


    VG